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Landkreis Aschaffenburg

Sitzung des Umweltausschusses
30.07.2010

Der Umweltausschuss des Landkreises Aschaffenburg tagte am 29. Juli 2010 im Landratsamt Aschaffenburg. Folgende Themen waren in der öffentlichen Sitzung Gegenstand der Beratungen:

1. Naturschutzkonzept der Bayer. Staatsforsten für den Spessart; Vorstellung durch den Naturschutzbeauftragten der Bayer. Staatsforsten
2. Entsorgungskonzept für Grünabfälle
3. Abfallzahlen 2009
4. Energie- und Klimaschutzkonzept Initiative Bayer. Untermain, (Umweltausschuss 16.11.2009)
5. Mitfahrzentrale für den Landkreis Aschaffenburg (Kreisausschuss 23.04.2007)
6. Verschiedenes

Die Ergebnisse im Einzelnen:

TOP 1 Naturschutzkonzept der Bayer. Staatsforsten für den Spessart; Vorstellung durch den Naturschutzbeauftragten der Bayer. Staatsforsten

Der Naturschutzbeauftragte der Bayerischen Staatsforsten für Nordwestbayern, Axel Reichert, stellte dem Umweltausschuss das Konzept der Bayerischen Staatsforsten für die Naturschutzarbeit im Spessart vor. Das Naturschutzkonzept ist ein 10-Punkte-Programm, das unter anderem den Schutz alter und seltener Waldbestände, die geschichtlich bedingt im Spessart weit verbreitet sind, vorsieht. So sind im Forstbetrieb Heigenbrücken 368 ha und im Forstbetrieb Rothenbuch sogar 1.303 ha alter Laubholzbestände vorhanden. Daneben beinhaltet das Konzept auch das Management von Biotopbäumen, Totholz und Artenschutz.

Zum Waldnaturschutz gehöre es aber auch, so Reichert, einen Ausgleich zwischen den Zielgruppen zu schaffen und gleichermaßen Ökologie, Ökonomie und Ansprüche der Gesellschaft zu berücksichtigen. 

 
TOP 2 Entsorgungskonzept für Grünabfälle

Der Leiter der Abteilung „Abfallwirtschaft“ des Landratsamtes Aschaffenburg, Dr. Norbert Schupp, informierte den Umweltausschuss, dass darüber nachgedacht werde, das Entsorgungskonzept der Grünabfälle auszubauen. Nach einer weiteren Prüfung der Möglichkeiten, werde der Ausschuss nähere Informationen erhalten, so Dr. Schupp.


TOP 3 Abfallzahlen 2009

Der Leiter der Abteilung "Abfallwirtschaft" des Landratsamtes Aschaffenburg, Dr. Norbert Schupp, stellte dem Umweltausschuss die Abfallzahlen aus dem vergangenen Jahr vor. Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus dem Abfallwirtschaftsbericht für das Jahr 2009.

Bei den angefallenen Abfallmengen gab es z. T. nur geringfügige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. 2009 wurden insgesamt 10.831,88 t (62,50 kg/EW) Abfälle zur Beseitigung an der Umladestation in Stockstadt angeliefert, während 2008 10.453,75 Tonnen (60,10 kg/EW) zu entsorgen waren. Die Hausmüllmenge stieg 2009 gegenüber dem Vorjahr um 243,32 t auf 9.001,40 t (51,94 kg/EW). Ebenso stiegen gegenüber dem Jahr 2008 die Gewerbeabfallmengen (um 135,73 t) und der Biomüll (um 58,80 t). Die Sperrmüllmenge blieb dagegen mit einem Minus von nur 0,92 t
gegenüber 2008 nahezu unverändert.

Der Hausmüll und der Sperrmüll machen mittlerweile ca. 85,4 Prozent aller an der Umladestation angelieferten Abfälle aus. Ihr Anteil ist damit gegenüber dem Vorjahr (86,2%) nur leicht gesunken. Die brennbaren Abfälle wurden im GKS in Schweinfurt und im MHKW Würzburg entsorgt. Die im Jahr 2009 angefallenen 832,06 t inerte Gewerbeabfälle wurden zur Deponie Rothmühle im Landkreis Schweinfurt gebracht.

Gegenüber 2008 sind die eingesammelten Wertstoffmengen dagegen im Jahr 2009 insgesamt um ca. 3.857 t gesunken. Dies lag vor allem am Rückgang der Grünabfallmengen, der allein schon 3.686 t betrug. Auch bei den Wertstoffen Altglas (-1.388 t) und Altpapier (-373 t) waren Rückgänge zu verzeichnen.

Alle anderen Wertstofffraktionen nahmen 2009 gegenüber 2008 zu. Am Größten war der Zuwachs bei den Altmetallen (+ 344 t) und beim Bauschutt (+ 446 t). Bei den Verpackungskunststoffen stieg die Menge um 194 t, beim Altholz um 221 t und bei den Textilien um 145 t an. Trotz der starken
Rückgänge bei den Grünabfällen lag die Recyclingquote im Jahr 2009 noch bei 83,8 Prozent (85,23 Prozent waren es 2008), so dass der Landkreis Aschaffenburg auch weiterhin seinen Spitzenplatz in Bayern mit geringer Restmüllmenge bei gleichzeitig hoher Recyclingquote halten kann. Die durchschnittliche Recyclingquote in Bayern lag 2008 bei 71,4 Prozent.

Auch im Hinblick auf die Müllgebühren, steht der Landkreis Aschaffenburg gut da. So fielen für eine 4-köpfige Familie im Jahr 2008 durchschnittlich nur 138 Euro Müllgebühren an, wurde keine Biotonne genutzt sogar nur 95 Euro im Jahr. Im bayerischen Schnitt musste eine 4-köpfige Familie 2008 dagegen 165,4 Euro und im Schnitt aller Müllgebühren Deutschlands sogar 179 Euro zahlen.


TOP 4 Energie- und Klimaschutzkonzept Initiative Bayer. Untermain

Der Umweltausschuss hat beschlossen, dass er trotz Haushaltsengpässen zum Energie- und Klimaschutzkonzept steht, das im Rahmen der Förderung von integrierten Klimaschutzkonzepten durch das Bundesumweltministerium für die Region Bayerischer Untermain erstellt werden soll, und bereit ist, sich mit 15.000 Euro an diesem Konzept zu beteiligen. Außerdem regte der Umweltausschuss an, das Konzept so zu ändern, dass sich die Beteiligungsbeträge der Kommunen nicht erhöhen.

Eine Erhöhung der Beteiligungsbeträge ergibt sich rein rechnerisch dadurch, dass die Fördermittel des Bundes auf 60 Prozent gekürzt wurden. Allerdings wurden die Bundesmittel für 2010 generell mit einer Haushaltssperre belegt, so dass erst im nächsten Jahr – nach entsprechender Förderung – mit der Realisierung dieses Projektes begonnen werden kann. 

Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind eine Bestandsaufnahme zum Energieverbrauch in der Region, die Potenziale für Ausbau und Nutzung regionaler Energieerzeugung sowie für Energieeinsparung und -effizienz und die Erstellung einer Energie- und CO2-Bilanz.


TOP 5 Mitfahrzentrale für den Landkreis Aschaffenburg


Der Umweltausschuss hat beschlossen, das Einverständnis der beteiligten Gemeinden vorausgesetzt, die Beteiligung des Landkreises an der Online-Mitfahrzentrale zum Juli 2011 zu kündigen.

Die Beteiligung des Landkreises an dem Webservice „MiFaZ“ besteht seit Juli 2007. Unter der Homepage www.ab.mifaz.de können Bürgerinnen und Bürger nach Mitfahrgelegenheiten suchen oder solche anbieten. Dieses Angebot ist vor allem für Berufspendler gedacht. Online können die Anbieter von Mitfahrgelegenheiten und Personen, die eine solche suchen, kostenfrei miteinander in Kontakt treten.

Bei einem Vergleich der Nutzerzahlen wurde allerdings deutlich, dass die Mitfahrzentrale selten genutzt wird. Im Jahr 2007 wurden 76 neue Einträge für den Landkreis registriert, letztes Jahr waren es nur 22. Insgesamt gibt es seit dem Bestehen der Plattform erst 265 Einträge. Für die Mitfahrzentrale musste der Landkreis bisher jährlich 2.261 Euro zahlen.


Verschiedenes

Landrat Dr. Ulrich Reuter informierte den Umweltausschuss darüber, dass sich der Landkreis mit dem Landratsamtsgebäude an der neuen Ökoprofit-Runde 2010/2011 beteiligt.

Ökoprofit ist ein Projekt der Initiative bayerischer Untermain. Ziel ist es, betriebliche Umweltleistungen zu optimieren und Kostensenkungspotenziale aufzudecken. 


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