Die industrielle Abwasserbeseitigung im Landkreis Aschaffenburg ist geprägt durch zwei große Kläranlagen der Papierindustrie und deren Abwassereinleitungen in den Main. Aufgrund der immensen anfallenden jährlichen Abwassermengen von ca. 1,5 Mio. m³ bzw. über 15 Mio. m³ scheidet ein Anschluss an eine kommunale Kläranlage aus.
Zum einen handelt es sich dabei um die Kläranlage der Fa. m-real in Stockstadt, in der eine jährliche Abwassermenge von über 15 Mio. m³ von umgerechnet 450.000 Einwohnerwerten (EW) nach dem heutigen Stand der Abwassertechnik gereinigt wird. Mitte der 90er Jahre wurde die Kläranlage mit einem Investitionsvolumen von über 50 Mio. Euro erweitert und umgebaut. Auch in den kommenden Jahren sind weitere Investitionsmaßnahmen zur Minderung von Schadstofffrachten im Abwasser geplant.
Die andere Kläranlage der Fa. SCA Packaging in Aschaffenburg mit einer Ausbaugröße von 360.000 EW leitet ihre nach dem Stand der Abwassertechnik gereinigten Abwässer seit Anfang der 90er Jahre über eine Druckleitung direkt in den Main. Dadurch wurde die in ihrer Selbstreinigungskraft nicht so leistungsstarke Aschaff, in der die vorherige Abwassereinleitung erfolgte, entlastet.
Daneben werden in Anbetracht der leistungsfähigen kommunalen Kläranlagen alle anderen gewerblichen Abwässer nach Möglichkeit diesen Kläranlagen zugeleitet. Problematisch sind allerdings solche Abwässer, die u.a. wegen ihrer Zusammensetzung nicht in kommunalen Kläranlagen behandelt werden können. Durch die Vorschaltung von Reinigungsanlagen insbesondere für Schwermetalle wie Nickel, Chrom, Cadmium und Quecksilber müssen diese Stoffe, die die kommunale Kläranlage nicht behandeln kann, in eigenen betrieblichen "Kläranlagen" vorgereinigt werden.
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