Die Einwohner des Landkreises Aschaffenburg werden ausschließlich mit Trinkwasser versorgt, das aus Grundwasser gewonnen wird. Rund 57 % der gewonnen Mengen stammen aus Brunnen, die verbleibenden rd. 43 % aus Quellen. Nach der Wasserbilanz Bayerischer Untermain 2000 - 2020 des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg steht im Landkreis Aschaffenburg ein nutzbares mittleres Wasserdargebot von rd. 13 Mio. m³/a zur Verfügung.
Die Grundwasservorräte sind jedoch nicht unbegrenzt, d.h. es darf langfristig nicht mehr Grundwasser entnommen werden, als sich neu bildet. So führten Übernutzungen in den Jahren 1993/94 und 1997/98 zu einem starken Absinken der Grundwasserstände. Hinzu kamen niederschlagsarme Trockenjahre, die diese Situation verstärkten. Die Jahre ab 1998 waren regenreich und erreichten Niederschlagswerte, die deutlich über dem langjährigen Durchschnitt lagen. Dies hatte eine gesteigerte Grundwasserneubildung zur Folge, was wiederum zu einem Anstieg und Stabilisierung der Grundwasserstände führte. Allerdings ist seit dem extremen Trockensommer 2003 ein stetiges Absinken der Grundwasserstände zu verzeichnen, das aus den Niederschlagsdefiziten in den sehr regenarmen Winter- und Sommerhalbjahren resultiert. Insbesondere regenarme Winterhalbjahre, die für eine Grundwasserneubildung in der Region besonders wichtig sind, machen sich hierbei stark bemerkbar. Im Jahr 2007 stellt sich nun wieder ein kleiner Anstieg ein.
In der Grafik der Messstelle Frühlingslust in Stockstadt am Main ist der Verlauf der Grundwasserstände im Vergleich zu den Niederschlägen im hydrologischen Sommer- und Winterhalbjahr, jeweils als Abweichung von den Mittelwerten dargestellt. Ein enger Zusammenhang zwischen Niederschlagsüberschüssen bzw. -defiziten und Grundwasserhoch- bzw. -tiefständen ist erkennbar, wobei eine zeitliche Verschiebung von etwa einem halben Jahr zu beobachten ist.
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