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Sehenswürdigkeiten

Kunstwerke und Baudenkmäler im Landkreis

Reich an alter Kunst ist der Markt Großostheim; der mittelalterliche Marktplatz mit Pfarrkirche St. Peter und Paul (13.-18. Jahrhundert) und das Nöthigsgut (um 1500) sind wichtige Baudenkmäler. Eine erstrangige Beweinigung-Christi-Gruppe gibt es in der Kirche St. Peter und Paul in Großostheim zu sehen. Im nördlichen Seitenschiff ist diese achtfigurige Gruppe der Beweinung Christi aufgestellt. Das bedeutende Kunstwerk hat die Werkstatt des berühmten Würzburger Bildschnitzers Tilman Riemenschneider um 1515 verlassen. Darüber hinaus besitzt das Gotteshaus noch viele vorzügliche Zeugnisse hochrangigen Kunstschaffens, beispielsweise ein spätgotisches Kruzifix im Langhaus sowie das aus dem 16. Jahrhundert stammende Chorgestühl. Auf den Emporen wurde 1980 ein Kirchenmuseum eingerichtet. In Wenigumstadt verdient das historische Rathaus von 1584 Aufmerksamkeit. "Das Spukschloss im Spessart"

Riemenschneideraltar
als. Inbegriff der Romantik ist Schloss Mespelbrunn weithin berühmt. Jährlich kommen an ie 150 000 Besucher, welche die märchenhafte Lage vor der Bühne des waldreichen Spessarttales bewundern. Schlossführungen erfolgen von April bis Mitte November (9-17 Uhr). Als Süddeutschlands bekanntestes Wasserschloss verbindet es landschaftlichen Reiz und künstlerische Leistung seiner Erbauer. Publikumsbeliebte Spielfilme ("Das Wirtshaus im Spessart") fanden in dem romantisch gelegenene Wasserschloss eine wirkungsvolle Kulisse.
Mespelbrunn ist der Stammsitz des berühmten Geschlechtes der Echter. 1545 wurde hier Fürstbischof Julius Echter geboren, der Universität und Juliusspital in Würzburg gründete und als großer Gegenreformator gilt. Durch Heirat 1665 Nachfolger der Echter geworden, ist es gerade den Reichsgrafen von Ingelheim zu verdanken, das Mespelbrunn einen solch großartigen Eindruck auf die Besucher aus aller Welt ausüben kann. Die gräfliche Familie bewohnt bis heute den Schlosskomplex.
Nahe bei Mespelbrunn liegt der Kirchenhügel von Hessenthal. Die dortige Wallfahrtskirche (1439) barg die von einem Riemenschneider-Schüler gefertigte spätgotische Beweinungsgruppe und die ehemalige Kreuzkapelle eine mächtige Kreuzigungsgruppe aus der Backoffen-Schule. Beim Bau der neuen Wallfahrtskirche im Jahre 1954 erhielten beide Gruppen ihren Platz im neuen Gotteshaus. Besondere Bedeutung kommt dem ehemaligen Kloster Schmerlenbach zu (1218 gegründet), wo sich jährlich zahlreiche Wallfahrer zum Gebet vor dem Gnadenbild in der Wallfahrtskirche versammeln. Dieses frühe Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes wurde, nach Freilegung der ursprüngliches Fassung, zweifelsfrei der Zeit um 1380 zugeordnet. Als "Muttergottes von Schmerlenbach" ist es weithin berühmt.
Ein weiteres kunsthistorisches Kleinod ist in der Klosterkirche St. Agatha zu Schmerlenbach die aus der Zeit um 1400 stammende Tonfigur der Muttergottes. Aufgrund ihres unnachahmlich schönen S-Schwungs geben ihr Kunstexperten einen Platz in der ersten Reihe der "Schönen Madonnen" des "Weichen Stils". Bessenbach ist von Weilern und Schlössern umgeben. Im Ortsteil Keilberg ist das Schloss Weiler (1653-67) besonders bekannt. Die alte katholische Pfarrkirche in Oberbessenbach geht auf das Jahr 1319 zurück und ist einer der ältesten Sakralbauten im Landkreis. In Stockstadt erinnert das alte Zollhaus noch an jene Zeit, als die Gemeinde eine wichtige Zollstätte am alten Handelsweg Nürnberg-Frankfurt-Mainz war; die Anlage wurde gegen 1546 gebaut. Am Weg von Aschaffenburg in den ehemaligen Kreis Alzenau liegt die Gemeinde Kleinostheim, die auf ein über 1000-jähriges Bestehen zurückblickt. Lohnen wird sich auch ein Abstecher nach Laufach, wo die katholische Pfarrkirche Thomas Morus mit einer Pietä aus dem unmittelbaren Umkreis Tilman Riemenschneiders aufwarten kann. Diese Plastik beeindruckt besonders durch den ausdrucksvoll dargestellten Körper Christi.
 
Händel komponierte "Dettinger Te Deum"
Die Main-Gemeinde Dettingen, ebenfalls 975 erwähnt, wurde in der großen Geschichte als Schlachtort bekannt. Zur Feier des englischen Sieges bei Dettingen am 27. Juni 1743 komponierte Georg Friedrich Händel ein Te Deum, das in der Fachwelt als "Dettinger Te Deum" bekannt ist. Besonders bekannt sind Dettingens Kirchen. Die alte gotische Kirche St. Hippolytus, 1447 auf alten Fundamenten erbaut, verdient - wie die im expressionistischen Stil 1922/23 errichtete neue Kirche St. Peter und Paul - einen Besuch.
Erbauer von St. Peter und Paul war der aus Köln stammende, bahnbrechende Meister Dominikus Böhm, der außerdem 1926/27 in der Nachbargemeinde Großwelzheim die Bonifatius-Kirche erbaute. Viele Grabfunde weisen auf die frühe Besiedelung der Gemeinde Kahl an der hessischen Landesgrenze hin. Mit seinen großen Seenplatten wird Kahl als Ferien-Landschaft vor der Haustüre besonders geschätzt.
Nördlich von Kahl liegt Schloss Emmerichshofen. Trotz mehrfacher Veränderungen ist der typische Landadelsitz der Rokokozeit erhalten. Der Hahnenkamm mit dem Ludwigsturm gilt als Hausberg des Kahlgrundes. Zur Errinnerung an das 700-jährige Wittelsbacher-Jubiläum ließ der Freigerichter Bund im Jahre 1880 auf dem höchsten Punkt des Gebirgszuges zu Ehren König Ludwig II. einen Aussichtsturm erstellen.
 


Wallfahrtskirche in Hessenthal


Kath. Pfarrkirche in Oberbessenbach

 
Sehenswerte spätgotische Burg Alzenau
 Weit in das Maintal, den Kahlgrund und in das Aschafftal hinein ragt der Turm der ländlich-barocken Kirche (1769) von Johannesberg. Zu den schönsten Bauwerken Alzenaus zählt die Pfarrkirche, die dem Heiligen Johannes von Nepomuk geweiht ist. Besonders reizvoll wirkt die Einrichtung aus dem Spätrokoko. In unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche liegt die Burg Alzenau, die Jahrhunderte lang Verwaltungsmittelpunkt des Freigerichtes war. Die Burg zählt zu den schönsten Bauwerken spätgotischer Profan-Architektur Frankens. Reste von ehemaligen Ortsbefestigungen besitzt noch der Alzenauer Stadtteil Hörstein im einstigen Freigericht. Die kath. Pfarrkirche mit dem Wehrturm stammt von 1473. In Bauphasen vom 14. bis 16. Jahrhundert enstand die Wallfahrtskirche ein Kälberau. Während das ehemalige Schloss Michelbach heute als Heimatmuseum genutzt wird, dient das Schloss Wasserlos als Teil des Kreiskrankenhauses. Mömbris, ehemals Sitz verschiedener Adelsgeschlechter, zählt heute 18 Ortsteile. Von der Womburg in Mömbris (um 1300 als Sitz der Grafen von Rieneck erbaut) sind noch Mauerreste erhalten. Die Pfarrkirche St. Valentinus und Cyriakus zu Mömbris beherbergt kunstgeschechtlich bedeutende Grabdenkmale. Ernstkirchen wird schon 1184 als Pfarrsitz erwähnt. Die Lukaskapelle von Schöllkrippen mit dem Wehrturm von 1499 gilt seit Jahrhunderten als Wahrzeichen der Mittelpunktgemeinde im oberen Kahlgrund. Das alte Vogteischloss (1544) wird als Rathaus genutzt. In Wiesen ist das ehemalige Mainzer Jagdschloss erhalten. Das Schloss Rothenbuch, 1567 als Wasserschloss erbaut, diente bis vor kurzem als Kinderheim.
 
 
 

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