Hinweise Gewerbe & Industrie

Wissenswertes zur Anschlusspflicht
Gewerbebetriebe, bei denen bis zu 10 t oder 50 m³ pro Jahr an hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen anfallen, sind an die kommunale Hausmüllabfuhr anschlusspflichtig. Als Gewerbe werden in diesem Sinne auch Freiberufler und Träger caritativer Einrichtungen verstanden. Das Gefäßvolumen kann von den Gewerbetreibenden selbst gewählt werden, muss jedoch für die regelmäßig anfallenden Abfallmengen ausreichend bemessen sein. Es muss mindestens eine 120 Liter Restmülltonne pro Betrieb am Anwesen vorgehalten werden.

Bei einem Abfallanfall über 10 t oder 50 m³ pro Jahr müssen keine Behälter der kommunalen Hausmüllabfuhr genutzt werden. Alle anfallenden Restabfallmengen müssen jedoch über den Landkreis Aschaffenburg als zuständige Gebietskörperschaft entsorgt werden. In der Regel müssen die Restabfälle an der Umladestation in Aschaffenburg-Nilkheim abgegeben werden. Dies gilt grundsätzlich auch für Beseititung von Abfällen, die nach den Bestimmungen der Abfallwirtschaftssatzung von der Hausmüllsammlung ausgeschlossen sind.
 

Neue Gewerbeabfallverordnung ab dem 01.08.2017
Die neue Gewerbeabfallverordnung ist zum 01. August 2017 in Kraft getreten. Die Verordnung regelt den Umgang mit gewerblichen Siedlungsabfällen und bestimmten Bau- und Abbruchabfällen. Die Vorgaben der Gewerbeabfallverordnung betreffen alle Erzeuger der vorgenannten Abfälle und somit praktisch fast jeden Gewerbebetrieb. Darüber hinaus regelt die Verordnung auch die Anforderungen an die Vorbehandlungs- und Aufbereitungsanlagen dieser Abfälle. Mit der Novelle bezweckt der Gesetzgeber unter anderem die getrennte Erfassung von stofflich verwertbaren Abfällen und somit das Recycling zu stärken. Dies führt für Abfallerzeuger zu erweiterten Getrenntsammlungs- und Dokumentationspflichten sowohl bei gewerblichen Siedlungsabfällen als auch bei bestimmten Bau- und Abbruchabfällen. Die Anforderungen der Gewerbeabfallverordnung werden nachfolgend kurz dargestellt:
 

Getrennte Sammlung von Gewerbeabfällen zum Recycling
Bei den gewerblichen Siedlungsabfällen müssen neben Papier, Pappen, Kartonagen, Kunststoffen, Glas und Metallen auch Holz, Textilien und Bioabfälle jeweils getrennt erfasst werden.
Bei den Bau- und Abbruchabfällen müssen neben Glas, Kunststoff, Metalle, Holz und Dämmmaterialien auch Bitumengemische, Baustoffe auf Gipsbasis, Beton, Ziegel sowie Fliesen und Keramik jeweils getrennt gesammelt, befördert und vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zugeführt werden.
Die Getrennthaltung ist sowohl bei den gewerblichen Siedlungsabfällen als auch bei den Bau- und Abbruchabfällen entsprechend zu dokumentieren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen. Die Dokumentation ist durch Lagepläne, Lichtbilder, Praxisbelege, wie Liefer- oder Wiegescheine oder ähnliche Dokumente vorzunehmen.

Zudem hat der Abfallerzeuger eine Erklärung des Übernehmers der Abfälle vorzuhalten, die die Zuführung der getrennt gesammelten Abfälle zur Vorbereitung zur Wiederverwendung oder zum Recycling belegt. Für den Fall, dass dem Abfallerzeuger eine getrennte Erfassung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist, ist es ausnahmsweise erlaubt, Abfälle gemischt zu sammeln. Die technische Unmöglichkeit bzw. die wirtschaftliche Unzumutbarkeit ist darzulegen und zu dokumentieren. Dieses Abfallgemisch ist in jedem Fall einer Vorbehandlungsanlage bzw. einer Aufbereitungsanlage zuzuführen.
Beseitigung gewerblicher Siedlungsabfälle
Gewerbliche Siedlungsabfälle, die nicht verwertet werden, sind dem zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, bei Abfällen aus dem Landkreis Aschaffenburg, dem Landkreis Aschaffenburg zu überlassen. Dazu ist mindestens ein Abfallbehälter des Landkreises Aschaffenburg zu nutzen.
 

Anforderungen an Vorbehandlungsanlagen
Die Gewerbeabfallverordnung schreibt sowohl eine Eigenkontrolle als auch eine Fremdkontrolle bei Vorbehandlungsanlagen vor. Daneben bestehen Dokumentationspflichten bei der Annahmekontrolle, der Ausgangskontrolle und hinsichtlich des weiteren Entsorgungsweges der vorbehandelten Gewerbeabfälle. Ein Betriebstagebuch ist zu führen.
 

Nutzung der Biotonne
Auch Gewerbetreibende dürfen Biotonnen nutzen. Einschränkungen bei der Nutzung von Biotonnen existieren nur für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe.  

Hier dürfen Biotonnen nur für die Erfassung rein vegetabiler Bioabfälle, die vor der Zubereitung von Speisen anfallen (z. B. Kartoffelschalen oder Salatblätter), genutzt werden. Alle anderen Speiseabfälle müssen über die Tierkörperbeseitigungsanlagen oder andere zugelassene Anlagen entsorgt werden. Bei näheren Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an die Abfallberatung.   
 

Transport von Abfällen zu Entsorgungsanlagen
Wer Abfälle, die nicht über die Hausmüllabfuhr erfasst werden, zu entsorgen hat, kann damit größtenteils private Entsorger beauftragen. Die Adressen können bei der Abfallberatung des Landratsamtes oder der IHK erfragt werden.   

Wer eigene Abfälle selbst zu Entsorgungsanlagen transportieren will, benötigt hierfür Genehmigungen, die in der Regel das Landratsamt erteilen kann. Bitte wenden Sie sich an die Abfallberatung. 

In einigen Fällen können die Abfallberater auch Firmenkooperationen vermitteln, z. B. wenn das Abfallprodukt der einen Firma in der anderen dringend benötigt wird.

Kontakte

Abfallwirtschaft
Telefon: 06021/394-396
Telefax: 06021/394-944
Abfallwirtschaft@Lra-ab.bayern.de

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Formulare

Hier finden Sie die Anträge, Merkblätter und Formulare der einzelnen Sachgebiete.

Abfallwirtschaft

Fotowettbewerb

Die Abfallwirtschaft startet einen Fotowettbewerb zum Thema neue Nutzung alter Gegenstände als Beispiele für gelungene Wieder- und Weiterverwendung oder Recycling.

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Film

1 Jahr ohne Müllabfuhr
... ist Thema des Films. Dank einem effizienten Abfalltrennsystem bleibt unsere Umwelt sauber und wir können gesund leben.

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