Wolf oder Luchs
Wolf
In allen Regionen Bayerns können jederzeit einzelne Wölfe zu- oder durchwandern. Vor allem junge Rüden wandern auf der Suche nach einem eigenen Territorium sehr weite Strecken von täglich 50 bis zu 70 km oder mehr. Im Zusammenhang mit Nutztierrissen wird von einem Verdachtsfall gesprochen, sobald ein begründeter Hinweis auf die Beteiligung eines großen Beutegreifers vorliegt. Bei einer Bestätigung des Verdachts wird aus dem Verdachtsfall ein Ereignis. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) legt daraufhin ein „Ereignisgebiet“ fest welches die Förderkulisse für Herdenschutzzäune und Herdenschutzhunde im Rahmen der Förderrichtlinie „Investition Herdenschutz Wolf“ darstellt. Ein Wolf gilt nach der deutschen Monitoringstandards erst als standorttreu, wenn dieser über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten nachgewiesen wird oder wenn ein Wolfsrüde und eine Wolfsfähe gemeinsam ihr Territorium markieren bzw. eine Reproduktion belegt ist.
Die genaue Abgrenzung des „Ereignisgebietes“ im Landkreis und dementsprechend die Förderkulisse für Herdenschutzzäune und Herdenschutzhunde im Rahmen der Förderrichtlinie „Investition Herdenschutz Wolf“ kann auf der LfU-Internetseite unter „Herdenschutz Wolf“ aufgerufen werden:
Anträge auf Zäune sind vor Beginn der zu fördernden Maßnahme beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt einzureichen.
Bei der Errichtung von Zäunen ist zu beachten, dass etwa 90 Prozent der Fläche des Landkreises Aschaffenburg innerhalb eines Landschaftsschutzgebiets liegen und dort nur sockellose Weidezäune erlaubnisfrei sind. Weidezäune mit Sockel bedürfen einer naturschutzrechtlichen Erlaubnis. Hierfür ist frühzeitig mit der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Aschaffenburg per E-Mail an Naturschutz oder telefonisch unter 06021/394-7112 Kontakt aufzunehmen, um eine naturschutzrechtliche Erlaubnis zu beantragen.
Die Beantragung von Herdenschutzhunden einschließlich Zubehör erfolgt ausschließlich über ein Online-Antragsverfahren. Weitergehende Informationen zur Förderung sind auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus veröffentlicht:
Wölfe sind grundsätzlich vorsichtig und meiden Menschen. In dicht besiedelten Gebieten kommt es dennoch vor, dass vereinzelte Wölfe tagsüber im Siedlungsbereich gesichtet werden. Nähere Informationen zu zum Beispiel Verhaltensweisen bei Begegnung mit einem Wolf erhalten Sie unter:
Luchs
Das Hauptvorkommen der bayerischen Luchse liegt in Ostbayern, mit Schwerpunkt im Bayerischen Wald und Ausläufern in den Oberpfälzer Wald. Zusätzlich zum Hauptvorkommen liegen Nachweise zu Einzelvorkommen aus dem Spessart, dem Frankenwald und nahe Regensburg vor. Im Fichtelgebirge und Steinwald gibt es ein kleines Vorkommen, in dem mittlerweile drei Reproduktionen nachgewiesen werden konnten.
Luchse sind ausgesprochen scheu und meiden Menschen. In den Spessartwäldern kann es dennoch zu vereinzelten Sichtungen kommen. Nähere Informationen zu zum Beispiel Verhaltensweisen bei Begegnung mit einem Luchs erhalten Sie unter:
Sichtung von Wolf oder Luchs:
Sollten Sie einen Wolf oder Luchs gesichtet haben, nutzen Sie bitte für die Meldung an das Bayerische Landesamt für Umwelt das folgende Formblatt: