Regionalplan-Aktualisierung für das flächeneffiziente Bauen und die Mobilität der kurzen Wege

Die Kapitel zur Siedlungsstruktur und zur Mobilität im Regionalplan sollen neu gefasst. Das beschloss der Regionale Planungsausschuss in seiner Sitzung am Freitag, den 25. Juli 2025. Dort wurde über die geeigneten Änderungen beraten und beschlossen, das zugehörige Beteiligungsverfahren vorzubereiten und anschließend zu starten. Zentrale Motivation dabei ist es, Wohnraum noch ressourceneffizienter und die diversen Mobilitätsarten gleichmäßiger zu nutzen. Die beabsichtigten Änderungen fußen dabei auf den Erkenntnissen des so genannten REMOSI-Gutachtens, das der Regionale Planungsverband in Auftrag gegeben hatte. Ende 2021 hatte sich der Regionale Planungsausschuss entschlossen, die beiden Kapitel Siedlungsstruktur und Mobilität neu auszuarbeiten und damit das im Gutachten beschriebene „kompakte und ambitionierte“ Szenario weiter zu verfolgen.

Im Rahmen der Neufassung des Kapitels zur Siedlungsstruktur wurde weiteren Aspekten expliziter Raum eingeräumt. So betrachtet die überarbeitete Version ausführlich die Wohndichte, den Klimawandel und die Klimaanpassungen. Zudem beleuchtet das neugefasste Kapitel auch weitere Bauformen, die der aktuellen Haushalts- und Altersstruktur Rechnung tragen. Denn immer mehr Menschen leben in kleineren Haushalten oder auch ganz allein und bekommen gegebenenfalls später im Leben Kinder. Parallel sorgt die glücklicherweise gute Gesundheit der Menschen am Bayerischen Untermain dafür, dass die Bevölkerungsgruppe der Seniorinnen und Senioren nicht nur wächst, sondern immer öfter auch im höheren Alter noch in den eigenen vier Wänden leben kann. Gleichzeitig ist es das Ziel der Regionalplanung, möglichst viel Freifläche im Außenbereich zu erhalten und darüber hinaus insgesamt flächensparsam zu bleiben. Folgerichtig muss also die Struktur der bestehenden Wohnbebauung kontinuierlich gewandelt werden, um die Siedlungsdichte maßvoll zu erhöhen. Dabei behält der Regionalplan im Auge, Konflikte in den unterschiedlichen Formen der Raumnutzung sowie auch die negativen Auswirkungen des Wettbewerbs zwischen den Kommunen zu minimieren.

Eng mit dem Wandel der Siedlungsstruktur verzahnt ist die Frage nach der Mobilität, so dass auch dieses Kapitel darauf abgestimmt und neu gefasst wurde. Einerseits sollen Neuausweisungen von Baugebieten bewusst an bestehende Verkehrspunkte anknüpfen. Andererseits muss sich mit der wachsenden Wohndichte und auch vor dem Hintergrund des Klimawandels die Mobilitätsinfrastruktur selbst im geeigneten Maß wandeln. Zentrale Fragestellungen drehen sich um die Kapazitäten der verschiedenen Mobilitätsformen und deren jeweiliger Nutzung. Ziel dabei ist es, den Menschen eine Region der kurzen Wege zu bieten. Auf Basis des aktuellen Nutzungsverhaltens richten sich die neuen Festlegungen im Regionalplan daher intensiver nach der Entlastung des Straßennetzes sowie der Ausschöpfung der Nutzungspotentiale im ÖPNV. Im Konkreten leitet sich daraus unter anderem die Notwendigkeit ab, dass der Regionalplan verschiedene Trassen sicher stellen sollte - etwa für den Ausbau und die Elektrifizierung von Schienenstrecken, für die verkehrliche Nachnutzung der ehemaligen Schienenstrecke der Bachgaubahn, für weitere Radschnellverbindungen sowie für Radwegebrücken. Auch die Festlegung neuer Haltepunkte in der Nahverkehrsplanung spielt hierbei eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig bleiben auch der Güterverkehr, die Binnenschifffahrt und Häfen sowie der Luftverkehr explizit im Fokus der ganzheitlichen Planung.

Die neuen Änderungen bilden die Grundlage für eine klimafreundliche Regionalentwicklung am Bayerischen Untermain. Die Planung blickt dabei in erster Linie auf die Entwicklung der kommenden zehn Jahre aber auch darüber hinaus. Zweck des Regionalplans ist die sinnvolle, kommunale Abstimmung über Landkreisgrenzen hinweg. Dabei setzt er die klaren Leitplanken für die individuelle Planung durch die jeweiligen Städte, Märkte und Gemeinden - lässt ihnen aber den unabdingbaren Raum für eigene, kommunale Ideen.

25.07.2025