Weitere rote Bank für Großostheim

Am Montag, den 29. September 2025 konnte eine weitere rote Bank im Landkreis Aschaffenburg aufgestellt werden. Mit dem neuen Standort an der Kreuzung zwischen dem Sandweg und der Mosbacher Straße in Wenigumstadt machen inzwischen drei Bänke in Großostheim und insgesamt acht Bänke im Landkreis Aschaffenburg auf das Thema der häuslichen und sexualisierten Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

Initiative für die neueste Ergänzung hatten der Kreisverband der Frauenunion sowie der CSU-Ortsverband ergriffen und auch die zugehörige Plakette finanziert. Die Bank selbst wurde dank der Unterstützung von Bürgermeister Ralf Herbst von der Marktgemeinde Großostheim zur Verfügung gestellt. Die Plakette verweist wiederum auf das Informationsangebot des Landkreises mit Kontaktmöglichkeiten zu verschiedenen Hilfsangeboten.

Die Aufstellung der roten Bank bildet den Auftakt für den Aktionszeitraum „Nein zu Gewalt“ rund um den internationalen Tag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Mädchen und Frauen am 25. November, in dessen Rahmen zahlreiche Veranstaltungen geplant und auf www.gleichstellungsstelle-ab.de zusammen getragen sind. Das Programm nicht abschließend und darf gerne durch weitere Meldungen ergänzt werden.

Die Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt Aschaffenburg Caroline Ruck bedankte sich bei allen, die die Aufstellung der roten Bank mit initiiert haben: „Es ist wichtig, dass wir über das Thema der häuslichen Gewalt sprechen und sowohl Betroffene als auch das soziale Umfeld über Beratungs- und Hilfsangebote informieren. Dafür haben wir auf unserer Homepage zahlreiche Informationen und Anlaufstellen gebündelt.“

Giovanna Camertoni von Sefra mahnt: „Frauen erleben Gewalt, weil sie Frauen sind. Daher gibt es nach wie vor viel zu ihrem Schutz und auch zum Schutz ihrer Kinder. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Existenz von Gewalt gegen Frauen immer noch geleugnet oder bagatellisiert wird. Es gibt immer noch Männer, die ihr Privileg nicht aufgeben wollen. Betroffene Frauen erleben dann gewöhnlich Gewalt von einer bekannten Person - dem Ehemann, dem Partner oder anderen Familienangehörigen. Gewalt wird zum Ausdruck von Macht in diesen engen Beziehungen und entwickelt sich aus dem Vertrauen heraus.“

Gleichstellungsbeauftragte Caroline Ruck ergänzt: „Wir erleben oft, dass Angehörige, aber auch Menschen, die zufällig eine auffällige Situation beobachten, unsicher sind, was sie konkret tun und wie sie helfen können. Um hierbei zu ermutigen und zu befähigen, haben wir Postkarten mit Handlungsempfehlungen für das soziale Umfeld entwickelt, die wir ab Mitte Oktober großflächig an die Gemeinden im Landkreis, an Beratungsstellen und über den Arbeitskreis „Häusliche und sexualisierte Gewalt“ verteilen werden.“

Die rote Bank wird als Zeichen gegen häusliche und sexualisierte Gewalt verstanden. Sie soll einen Beitrag leisten, für das Thema ein Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren. Sie hilft außerdem, auf die Beratungs- und Hilfseinrichtungen sowie deren Angebote hinzuweisen und soll Betroffene sowie Unterstützerinnen und Unterstützer ermutigen, sich dort hin zu wenden. Die Plakette auf der roten Bank verweist daher - unter anderem per QR-Code - auf www.gleichstellungsstelle-ab.de.

Die Idee der Roten Bank geht auf eine Aktion in Italien zurück. Dort wurde 2016 erstmals eine „panchina rossa“ in der Gemeinde Perugia als Symbol gegen häusliche Gewalt aufgestellt. Inzwischen gibt es diese roten Bänke in mehreren Orten im Landkreis Aschaffenburg, aber auch in anderen Städten Deutschlands und weltweit.

30.09.2025