Rote Bank am Landratsamt Aschaffenburg

Am Landratsamt Aschaffenburg wurde eine rote Bank aufgestellt. Neben dem Standort im Innenhof des Landratsamtes machen im Landkreis Aschaffenburg ebenfalls acht Rote Bänke auf das Thema der häuslichen und sexualisierten Gewalt aufmerksam. Initiative für die neueste Ergänzung hatte der Landrat selbst gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle ergriffen. Die Plakette verweist wiederum auf das Informationsangebot des Landkreises mit Kontaktmöglichkeiten zu verschiedenen Hilfsangeboten.

Landrat Dr. Legler unterstreicht die zentrale Bedeutung dieses Themas auch für den Landkreis und formuliert zugleich einen Auftrag an uns alle: „Immer wieder erschüttern mich Berichte über Gewalt an Frauen und Mädchen. Nicht nur die hohen Zahlen an Gewalttaten machen zutiefst betroffen und sind mehr als alarmierend für uns alle - auch angesichts der bestehenden Dunkelziffer. Mit unserer Roten Bank am Landratsamt wollen wir ein deutliches Zeichen setzen gegen jegliche Form von Gewalt an Frauen und Mädchen. Wir wollen damit zugleich aufmerksam machen auf die zahlreichen Anlaufstellen, die Betroffenen Hilfe und Beratung bieten und sie ermutigen, sich Hilfe zu holen und die bestehenden Angebote auch tatsächlich zu nutzen. Allen, die sich zum Wohle der Betroffenen engagieren, die auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen und konkret Hilfe anbieten, danke ich ausdrücklich für ihren beispielgebenden und unverzichtbaren Einsatz. Dabei bleiben wir alle aufgerufen, wachsam zu sein. Es gilt hinzuschauen statt wegzuschauen und für die Betroffenen da zu sein.“

Die Gleichstellungsbeauftrage Caroline Ruck ergänzt: „Ich freue mich, dass wir nun auch im Innenhof des Landratsamtes eine Rote Bank haben. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist nach wie vor ein weit verbreitetes Phänomen, von dem rein statistisch gesehen auch bei uns Beschäftigte betroffen sind. Sexuelle Belästigung und Übergriffe betreffen Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz, in Schulen und im digitalen Raum. Zugleich verstehe ich die Bank auch als eine Einladung an alle, das eigene Verhalten zu reflektieren: Wo habe ich mich schon einmal übergriffig verhalten? Wann habe ich bei einer anzüglichen Bemerkung oder einem sexistischen Witz mitgelacht oder geschwiegen, anstatt eine klare Haltung einzunehmen? Es geht darum, Solidarität zu zeigen und Betroffenen Mut zu machen, sich Unterstützung zu holen.“

Die rote Bank wird als Zeichen gegen häusliche und sexualisierte Gewalt verstanden. Sie soll einen Beitrag leisten, für das Thema ein Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren. Sie hilft außerdem, auf die Beratungs- und Hilfseinrichtungen sowie deren Angebote hinzuweisen und soll Betroffene sowie Unterstützerinnen und Unterstützer ermutigen, sich dort hin zu wenden. Die Plakette auf der roten Bank verweist daher - unter anderem per QR-Code - auf www.rote-bank-ab.de.

Die Idee der Roten Bank geht auf eine Aktion in Italien zurück. Dort wurde 2016 erstmals eine „panchina rossa“ in der Gemeinde Perugia als Symbol gegen häusliche Gewalt aufgestellt. Inzwischen gibt es diese roten Bänke in mehreren Orten im Landkreis Aschaffenburg, aber auch in anderen Städten Deutschlands und weltweit.

25.11.2025