Rückblick auf den Aktionszeitraum „Nein zu Gewalt“

Bereits zum zweiten Mal riefen die Gleichstellungsstellen der beiden Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg sowie der Stadt Aschaffenburg zum Aktionszeitraum „Nein zu Gewalt“ auf. Ziel war es, in den Wochen rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf das Thema der geschlechtsspezifischen Gewalt aufmerksam zu machen.

Das erst kürzlich vom Bundeskriminalamt veröffentlichte „Lagebild zu geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichteten Straftaten 2024“ attestiert eine weiter verschlechterte Situation für Frauen in beinahe allen erfassten Deliktsbereichen: Sexualstraftaten, häusliche Gewalt, digitale Gewalt und Menschenhandel. Demnach stieg die Zahl der frauenfeindlichen Straftaten von 2023 auf 2024 um 73,3 Prozent - im Jahr davor bereits um 56,3 Prozent. Gleichzeitig wird die Dunkelziffer weitaus höher liegen. Die Ergebnisse einer Dunkelfeldstudie werden in Kürze erwartet.

Das Programm der vergangenen zwei Monate umfasste zahlreiche Veranstaltungen - von Lesungen, Vorträgen und Info-Abenden über Theateraufführungen und Ausstellungen bis hin zu Selbstbehauptungstrainings und Workshops wie „Grenzen setzen“. Den Auftakt bildete die Aufstellung einer roten Bank in Wenigumstadt am 29. September 2025 - der achten im Landkreis Aschaffenburg. Direkt am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2025 stellten die Stadt Aschaffenburg in der Herstallstraße und der Landkreis Aschaffenburg am Landratsamt jeweils noch eine weitere rote Bank auf - die zweite und dritte im Stadtgebiet. Infos und eine Übersicht finden sich auf www.rote-bank-ab.de.

Einer der Info-Abende beleuchtete das neue Gewalthilfegesetz. Den rund 40 Gästen wurden nach der Begrüßung durch die stellvertretende Landrätin Claudia Papachrissanthou und die Gleichstellungsbeauftragte Caroline Ruck in vier Fachvorträgen die Chancen und Risiken für das Frauenhaus und die Fachberatungsstelle für den Bayerischen Untermain vorgestellt. Diese wurden anschließend mit Fachkräften sowie Vertreterinnen und Vertretern aus der Kommunalpolitik diskutiert.

Ein weiterer Höhepunkt war die Theateraufführung „Weiblich geboren“. Die Gleichstellungsstellen der Region boten mit dem 12-Stufen-Theater gleich zwei Termine - auf der Spessartbühne in Mespelbrunn und im Bürgerhaus in Obernburg - die beide ausgebucht waren. Sowohl die Theateraufführungen als auch die begleitende Ausstellung an der VHS Aschaffenburg machten auf die weltweiten Missstände im Zusammenhang mit dem Leben als Frau aufmerksam.

Im Rahmen des diesjährigen Aktionszeitraums beging Sefra zudem sein 40. Jubiläum und richtete eine Feier unter dem Motto „Zukunft braucht Wurzeln“ aus. Neben einer Podiumsdiskussion mit Gründerinnen, Vorstandsfrauen und der aktuellen Leitung informierten zwei Fachvorträge die rund 170 Besucherinnen und Besucher zu „Macht und Kontrolle in familiengerichtlichen Verfahren“ sowie zu „40 Jahren feministischer Beratungsarbeit“. Abgerundet wurde die Feier durch Auftritte des Frauenchors InTakt sowie einem Impro-Theater der Tabutanten.

Auch in den sozialen Medien konnte das Thema wirksam präsentiert werden. Das Landratsamt Aschaffenburg nutzte seine Reichweite zum Beispiel für ein Quiz zum Thema der Gewaltprävention.

Eine Übersicht über den vergangenen Aktionszeitraum mit allen Angeboten sowie einigen Einblicken in die Inhalte aus den sozialen Medien finden sich auf www.gleichstellungsstelle-ab.de.

Über den Aktionszeitraum hinaus sind auch Postkarten erhältlich mit Handlungsempfehlungen für Menschen, die Zeuginnen und Zeugen von Gewaltsituationen werden oder einen solchen Verdacht haben. Entwickelt wurden sie von der Gleichstellungsstelle des Landkreises Aschaffenburg in Absprache mit den Fachkräften von Sefra, dem Frauenhaus und der Beratungsstelle für häusliche Gewalt gegen Männer. Sie liegen in den Beratungsstellen, Familienstützpunkten und Rathäusern im Landkreis Aschaffenburg aus. Zudem können sie per Anfrage an gleichstellungsstelle@lra-ab.bayern.de bestellt werden.

10.12.2025