Empfehlungen für Streuobstwiesen im Klimawandel
Um Streuobstwiesen für den Klimawandel zu rüsten, hat die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München Anpassungsstrategien speziell für den Landkreis Aschaffenburg erarbeitet. Vor dem Hintergrund von Hitzephasen, Trockenperioden und Spätfrösten, aber auch möglicherweise zunehmender Baumkrankheiten und Schädlingsbefällen sind Handlungsempfehlungen für Personen erstellt worden, die eine bestehende Streuobstwiese bewirtschaften oder eine solche anlegen möchten.
Unter den Handlungsempfehlungen finden sich Tipps zur Standort- und Sortenwahl, zum Schutz durch Hecken oder auch zur Baumpflege wie einem Stammanstrich. Daneben können auch neue Pflanzverfahren und Wurzelunterlagen die Überlebensbedingungen der Bäume verbessern, woran parallel die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau sowie der Pomologen-Verein forschen.
Die ausführlichen Forschungsergebnisse der Studie mitsamt den Handlungsempfehlungen können auf www.streuwiklim.squarespace.com nachgelesen werden. Für eine Beratung steht dazu auch der Streuobstberater im Landratsamt Aschaffenburg, Peter Lutz, unter der 06021/394-7127 sowie per Mail an naturschutz@Lra-ab.bayern.de zur Verfügung.
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Streuobstwiesen im Klimawandel“ - kurz „StreuWiKlim“ - wurden insgesamt fünf bayerische Regionen exemplarisch beleuchtet - darunter der Landkreis Aschaffenburg. Denn der Klimawandel nimmt regional unterschiedlich ausgeprägte Folgen auf den Streuobstbau.
Durch Überalterung, fehlende Bewirtschaftung und geringe Nutzbarkeit stehen Streuobstwiesen bayernweit ohnehin immer wieder unter Druck. Klimaveränderungen erhöhen diesen Druck und stellen deren Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter vor regional unterschiedliche Herausforderungen.
Streuobstwiesen sind traditionelle Agrarökosysteme, welche nicht nur das Landschaftsbild, den Erholungswert sowie das Kulturerbe prägen. Sie fördern maßgeblich die Biodiversität und erbringen wichtige Ökosystemleistungen wie die Regulierung von Mikroklima und Wasser sowie nicht zuletzt die Obstproduktion.