Jugend-Kreistag konstituiert sich

Zu seiner ersten Sitzung am Dienstag, den 19. Mai 2026 konnte Landrat Dr. Alexander Legler den Jugend-Kreistag im großen Sitzungssaal des Landratsamts begrüßen. 36 Jugendliche gehörten bei der Konstituierung dem Gremium bereits an. In der zweiten Sitzung im Herbst werden weitere Mitglieder ernannt werden, die nach der Wahl an der jeweiligen Schule erst später benannt werden. Je nach Größe kann jede Schule bis zu vier Personen entsenden, während der Kreisjugendring vier Jugendliche entsenden kann, die zwar im Landkreis wohnen, aber keine darin liegende Schule besuchen.

Die erste Sitzung folgte dem Zweck, den Grundstein für die erfolgreiche Arbeit des Jugend-Kreistags zu legen. Daher wurden zum einen Formalien erledigt, wie sich selbst eine Geschäftsordnung zu geben. Zum anderen gab es die Möglichkeit, einander kennen zu lernen, bevor in der nächsten Sitzung aus der Mitte der Mitglieder eine Sitzungsleitung sowie zwei Sprecherinnen und Sprecher gewählt werden. Darüber hinaus waren Vertreter des Jugend-Kreistags in Bamberg zu Gast, die zur Inspiration einen Einblick in deren Arbeit gegeben haben. Der Bamberger Jugend-Kreistag hat dem Landratsamt Aschaffenburg als Best-Practice-Beispiel gedient.

Im Rahmen der Sitzung wurden zudem bereits erste Ideen gesammelt, mit denen sich der Jugend-Kreistag in der Zukunft befassen könnte. So haben die Mitglieder ihrerseits Themen angesprochen, die von den Busverbindungen zur Schule handeln, von dem Thema der Berufsbildung, von der Verfügbarkeit von Wasserspendern und Menstruationsprodukten oder auch von der Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu Vapes, anderen Süchten, mentaler Gesundheit oder auch zu Rechtsradikalismus. Auch in den Zeiten zwischen den Sitzungen wird das Jugendamt im Kontakt mit den Mitgliedern bleiben, um sie in der Vorbereitung von Beschlussvorschlägen zu unterstützen.

Landrat Dr. Alexander Legler lobte die Jugendlichen: „Ihr schreibt heute Landkreis-Geschichte. Ihr seid der erste Jugend-Kreistag von Aschaffenburg und werdet bereits auf diese Weise eine bleibende Wirkung behalten. Meine Kolleginnen und Kollegen im Kreistag und ich freuen uns bereits auf Eure wertvollen Ideen und Vorschläge. Denn wer könnte besser die Interessen von Jugendlichen vertreten, als Ihr selbst. Und so profitiert schlussendlich auch der „Erwachsenen-Kreistag“, weil wir mit Euch Expertinnen und Experten in eigener Sache gewinnen.“

Die Einrichtung eines Jugend-Kreistags hatte der Kreistag in seiner Sitzung vom 15. Dezember 2025 beschlossen. Er möchte jungen Menschen damit ein eigens gewähltes Gremium bieten, mit dem sie auch persönlich und unmittelbar ihre eigenen Interessen, Anliegen und Perspektiven auf Landkreisebene vertreten können. Ausgestattet ist der Jugend-Kreistag unter anderem mit einem frei verfügbaren Etat von 9.000 Euro. Zudem wird die Stellung des Jugend-Kreistags durch das Rederecht im Kreistag bestärkt, um dort einerseits proaktiv Anliegen einzubringen und umgekehrt bei Jugend-Themen auch als Expertinnen und Experten in eigener Sache hinzugezogen zu werden. Der Kreistag ist darüber hinaus dazu aufgefordert, sich immer in der nächstmöglichen Sitzung mit denjenigen Beschlüssen zu befassen, die der Jugend-Kreistag zur Beratung im Kreistag fasst.

21.05.2026